Interim Manager – Gekaufte Loyalität?

Es sei mir gestattet, den Aspekt der Loyalität genauer unter die Lupe zu nehmen. Warum? Weil diese Tugend exemplarisch in den Ruf nach Werten hineinpasst. Weil diese Begrifflichkeit geradezu inflationär gebraucht wird. Weil diese Eigenschaft zum Ehrenkodex eines Interim Managers gehört.

Es ist, wie es ist.

Loyalität ist kein Thema der Neuzeit. Schon die Bibel bringt es auf den Punkt. Im Buch Sirach, das zur jüdischen Weisheitsliteratur zählt, steht geschrieben: „Sei besorgt um deinen Namen, denn er begleitet dich treuer als tausend goldene Schätze:“ 
Wer Interimsmanagement beauftragt, kauft ergebnisorientiertes Handeln. Denn Loyalität ist – ganz nüchtern betrachtet und ohne zu moralisieren – verlässliches Verhalten auf Zeit. Bis das vereinbarte Ziel erreicht ist oder die Kastanien aus dem Feuer geholt sind. Ganz ehrlich: Wenn ein Unternehmen solche externe Unterstützung beauftragt, liegen die Karten auf dem Tisch. Der Interim Manager hat eine konkrete Mission. Sein „Prüfstein ist das Erreichen von Zielen und die Erfüllung von Aufgaben“. Nicht mehr und nicht weniger. „Resultatorientierung hängt eng mit dem Begriff der Pflichterfüllung zusammen.“ (1) Ein Interim Manager steht hier in keinerlei Interessenkonflikt. Er arbeitet (meist) im Hintergrund, agiert als graue Eminenz stets im Sinne des Auftraggebers. Böse Zungen sprechen in diesem Kontext von modernem Söldnertum oder limitierter Nibelungentreue. Mag sein. Etwas Tiefgang lohnt sich an dieser Stelle, denn der Aspekt ergibt sich aus dem flexiblen Wesen des Kapitalismus.

Machen wir das Beste daraus.

Arbeitsmarkt und Beschäftigungsstrukturen sind im Umbruch. Das ist nichts Neues. Die Welt scheint sich schneller zu drehen. Märkte sind getrieben, die Menschen auch. Waren früher befristete Verträge eine Ausnahme, sind sie heute (fast) die Regel. Hier kreuzen sich die Wege von Angestellten und Selbstständigen. Arbeitskraft wird projektbezogen eingesetzt; die adäquate Vertragstreue gleich mit verkauft. Deshalb tun „Unternehmen … gut daran, Werte und Grundsätze klar zu definieren und transparent zu machen, sodass sie für die tägliche Handlungspraxis herangezogen werden können. Der Interpretationsspielraum sollte dabei für alle Akteure so klein wie möglich sein.“ (2) Gekaufte Loyalität ist vollkommen legitim, doch in erster Linie eine Frage der inneren Haltung. Absolutes Vertrauen lässt sich weder einkaufen noch bezahlen, man bekommt es geschenkt. Daran ändert auch ein schriftlicher Vertrag wenig. Ein Interim Manager wird primär um des Geschäftes willen engagiert. Dass er diplomatisches Gespür und Amtsverschwiegenheit mitbringt, versteht sich von selbst. Sollte er in seiner Position Diskussionen über Betriebsinterna und Beschlüsse führen, ist er ein Dilettant sondergleichen. Denn auf eines ist Verlass: Vertrauensbrüche sprechen sich herum wie ein Lauffeuer. Sie schaden der Reputation; meist enden sie im beruflichen „Knock-out“.

Klaus Peters

Quelle:
(1)  http://www.xn--fhrungswerkstatt-jzb.com/data/pdf/Malik_Fuehren_Leisten_Leben.pdf
(2)  http://www.welt.de/wirtschaft/article2019484/Warum-Loyalitaet-im-Unternehmen-wichtig-ist.html

Nur was sich rechnet ist gut.

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