Respekt als zentraler Wert in der Menschenführung

Despektierlich sind immer nur die anderen.

Gestatten Sie uns eine Inventur. Anstand und Achtung scheinen keine Themen der Neuzeit zu sein. Bereits im alten Griechenland monierte Sokrates über die Verlotterung der Jugend: „Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte ..." Sie kennen das bestimmt. Seit Generationen bedauern meist die Älteren den Verfall der Werte. Es scheint so, als sei Respekt aus der Mode gekommen. Vermutlich gelten heute andere gesellschaftliche Maßstäbe. Ist dem wirklich so?

Ein Aufruf zur Besinnung

Das Wort Respekt stammt aus dem Lateinischen. Das Verb respicere wird übersetzt mit zurückblicken. Rückschau im Sinne von Rücksichtnahme. Innehalten statt unbedacht reagieren. Nachdenken statt abwertend urteilen. Wirken lassen statt kleinreden. Allein die Diskussion der Begrifflichkeit offenbart den Facettenreichtum des Respektes. Es ist von Anerkennung, Fairness, Toleranz, Höflichkeit die Rede, mitunter auch vom guten Ruf oder von Autorität. Aber immer geht es um Würde – um ein elementares menschliches Bedürfnis, um den Kitt, der das große Ganze zusammenhält.

Ein Plädoyer für gegenseitige Wertschätzung

Die Suche nach einer goldenen Regel für das friedliche Miteinander ist so alt wie die Menschheit selbst. Sie zieht sich durch sämtliche Epochen und alle Religionen. Konfuzius wendet sich damit an einen seiner Schüler und schreibt: „Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an. Dann wird es keinen Zorn gegen dich geben." Immanuel Kant fasst dies im kategorischen Imperativ zusammen. „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." Im Katholischen Erwachsenen-Katechismus finden Gläubige folgendem Satz: „Der Mensch muss die eigene Würde der Geschöpfe und ihrer Rhythmen respektieren; er darf nicht beliebig schalten und walten." (1) Zusammenleben und Zusammenarbeiten fußen immer auf Respekt – in jeder Kultur, in jeder Nation.

Ein Memento an die Menschlichkeit

Durchatmen. Aushalten. Disziplinieren. Wer Menschen führt, kennt solche Situationen. Bloß nicht schwächeln. Professionell bleiben. Es bleibt keine Zeit, in den Spiegel zu schauen, Geschehenes oder Entschiedenes stehen zu lassen. Es wird reagiert, ohne auf sein Gegenüber zu achten - von der eigenen Person ganz zu schweigen. Einige Zeit mag das funktionieren. Nur: Wer anderen keinen Respekt zollt, verliert ihn irgendwann selbst. Geringschätzung manövriert ins soziale Abseits. 
Respekt kann man nicht einfordern - er wird einem zuteil. Aktives Zuhören ist ein guter Anfang. Von freiem Denken und echtem Interesse am anderen, davon profitiert der Respekt.

Quelle: (1) Katholischer Erwachsenen-Katechismus. Bd. 1: Das Glaubensbekenntnis der Kirche. Verlagsgruppe Engagement 1985, S.99

 

Nur was sich rechnet ist gut.

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